Umgang mit Stress im Arbeitsalltag

6 Möglichkeiten zum geschickten "Nein" sagen

Stress entsteht situativ und bei jedem Menschen anders. Er entsteht, wenn wir uns selbst unter Druck setzen. Ich will z.B. pünktlich sein, weiß aber jetzt schon, dass ich es zur verabredeten Zeit nicht schaffen werde. In dieser Situation werden verschiedene Menschen ganz unterschiedlich handeln. Der eine drückt aufs Gaspedal, um mit allen Mitteln zu versuchen, den Termin doch noch zu halten, ein anderer greift entspannt zum Hörer und entschuldigt sich für die voraussichtliche Verspätung und einen Dritten belastet diese Situation überhaupt nicht, da er sowieso immer zu spät kommt und das mittlerweile auch alle wissen und tolerieren.

Sie merken an diesem einfachen Beispiel, ob Stress entsteht, entscheiden Sie ganz allein. Ganz allein? Nicht ganz. Manchmal schaffen andere Situationen, in denen die von Ihnen geplanten, auch in der Reihenfolge geplanten, Arbeiten durcheinander gewirbelt werden. Es gibt eine Störung von außen.

Und jetzt liegt es an Ihnen, ob sich dadurch eine innere Drucksituation aufbaut, weil scheinbar gleich wichtige Arbeiten miteinander kollidieren, oder ob Sie die Lage entspannen können, indem Sie z.B. einfach "Nein" zu der Zusatzaufgabe sagen. Das hört sich gut an, ist manchmal aber nicht so einfach zu machen! Damit sich nun nicht erneut Stress aufbaut, stellen wir Ihnen 6 Möglichkeiten vor, mit dieser Situation souverän umzugehen. Dazu ein Beispiel.

Kommt Ihnen die folgende Situation bekannt vor?

Auf dem Schreibtisch türmen sich Unterlagen, die To-do-Liste ist noch lang und das Überstundenkonto prall gefüllt.

 

In diesem Moment tritt ein Kollege oder eine Kollegin auf Sie zu und fragt: „Kannst du bitte die Präsentation für das Meeting für mich übernehmen und vorbereiten?“

 

Eigentlich haben Sie neben Ihrer eigenen Arbeit gar keine Zeit für zusätzliche Aufgaben. Wie werden Sie sich verhalten?

 

Einerseits möchten Sie helfen und freundlich sein. Vielleicht fühlen Sie sich auch ein wenig geschmeichelt, wenn Sie jemand um Hilfe bittet. Andererseits ärgern Sie sich vielleicht auch ein wenig über sich selbst, wieder in diese Falle zu tappen?

 


Sie wissen, wenn Sie jetzt "ja" sagen, wird die Folge sein, dass Sie die Arbeit insgesamt nicht schaffen, Sie werden zeitlich in Verzug geraten und Sie werden wahrscheinlich mit der Qualität der abgelieferten Arbeit nicht zufrieden sein, entweder leidet die Qualität Ihrer eigentlichen Arbeit oder die der zusätzlichen. Vielleicht merken Sie, wie sich innerlich eine Stresssituation bei Ihnen aufbaut.

Die Frage:

"Kannst Du mir bitte helfen und ... für mich erledigen?"

und 6 Möglichkeiten angemessen zu reagieren.

Mit dieser Antwortmöglichkeit können Sie deutlich machen, dass jede Leistung eigentlich auch einen Preis hat. Somit  stärken Sie Ihre Verhandlungsposition, indem Sie jetzt und für die Zukunft deutlich machen, dass Ihre Unterstützung keine Selbstverständlichkeit ist und auch nicht zu einer solchen werden wird.



Wenn Sie diese Möglichkeit nutzen, spielen Sie den Ball an den Fragenden zurück. Sie lenken somit das Gespräch von der von Ihnen erwarteten Antwort auf die gemeinsame Suche nach Handlungsoptionen. Vielleicht finden Sie gemeinsam wirklich eine andere Lösung? Und vielleicht ist diese wirklich für alle Beteiligten besser?



Mit dieser Antwort können Sie den Störenfried in Ihr Zeitmanagement und in Ihre Prioritätenliste einbeziehen. Damit machen Sie auf geschickte Art und Weise deutlich, dass auch Sie sehr viel zu tun und für die Zusatzarbeit eigentlich gar keine Zeit haben. Ihr Hilfsbereitschaft stellen Sie dabei jedoch nicht in Frage!



Nicht jede Arbeit muss sofort ausgeführt werden. Mit dieser Antwort lenken Sie das Gespräch auf rein sachlicher Ebene auf die Frage nach dem Fertigstellungszeitpunkt.

Außerdem muss auch nicht jede Arbeit in der gleichen hohen Qualität ausgeführt werden. Vielleicht ist das Ergebnis der Arbeit nur für eine interne Teambesprechung bestimmt? Dann sind die Qualitätsanforderungen sicherlich geringer als gegenüber einem Kunden oder einem potenziellen Neukunden.

Finden Sie es heraus und legen Sie gemeinsam Kriterien für die Auftragsausführung fest.



Sie kennen sicherlich den Spruch "eine Hand wäscht die andere". Machen Sie von Anfang an deutlich, dass Ihre Hilfsbereitschaft keine Einbahnstraße ist. Wenn Sie jemandem helfen, so können Sie zu Recht auch erwarten, dass in einer entsprechende Situation auch Sie in den Genuss der Unterstützung durch andere kommen wollen. Achten Sie darauf, dass Ihnen diese Unterstützung auch wirklich zu teil wird. Anderenfalls sollten Sie darüber eine ganz offene Diskussion führen.



Vielleicht kennen auch Sie Leute, die sich gern mit den Lorbeeren anderer schmücken. Wer den Acker bestellt, sollte auch ernten.

Mit dieser geschickten Gegenfrage können Sie sehr einfach herausfinden, ob Ihr Gegenüber zu diesem Kreis gehört. Wenn das so ist, hat sich die Aufgabe vielleicht wie von selbst erledigt. Meint es der andere ernst, so verhindern Sie, wenn Sie die Aufgabe denn annehmen, zusätzlich auch den allseits bekannten "Stille-Post-Effekt". Das spart Ihnen bei der Ausführung vielleicht zusätzlich Zeit und Nerven.





Haben Sie es ausprobiert?

Haben Sie herausgefunden, in welchen Situationen oder bei welchen Kollegen es Ihnen leicht fällt "nein" zu sagen und wann es noch nicht so gut funktioniert? Lassen Sie sich nicht entmutigen und probieren Sie weiter!

 

Und bitte denken Sie daran, Stress hat man nicht, man macht ihn sich selbst. Stress ist der Druck, unter den wir uns selbst setzen. Versuchen Sie deshalb, Situationen, in denen Sie sich selbst unter Druck setzen könnten, zu entspannen. Wir hoffen, unsere 6 Redewendungen helfen Ihnen dabei!

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Kommentare: 2
  • #1

    Linda Wollman (Dienstag, 07 Februar 2017 08:18)


    This text is invaluable. Where can I find out more?

  • #2

    Peter Sagert (Dienstag, 07 Februar 2017 14:32)

    Hi Linda. I´m glad you like the tips! More about stress you can read in our next booklet. The next booklet will be published here in some days. Or you are organizing a Workshop with us. Then you can train the handling with stress properly.
    A stresss-free time wishes Peter from Team to Team!