Wenn Stress auf die Seele drückt

 

Sollte sich betriebliches Gesundheitsmanagement nicht stärker um die Gesundheit der Anwesenden kümmern, statt die Abwesenden in Fehlzeitenstatistiken zu betrachten?

Immer schneller, immer mehr und noch mehr - derzeit prägen Geschwindigkeit und zunehmender Leistungsdruck die Situation in vielen Unternehmen und Verwaltungen. Oft kommt unzureichende interne Kommunikation noch dazu.

 

Mitarbeiter klagen über ständig wachsende Belastungen, empfinden Überforderung und Ungerechtigkeit bei der täglich Arbeit. Führungskräfte sehen sich in ihrer Sandwichposition stetig wachsendem Druck des übergeordneten Managements ausgesetzt, obwohl die Belastung der zum eigenen Team gehörenden Mitarbeiter längst alle Grenzen überschritten hat.

 

Solche Zustände sind für alle Beteiligten, also sowohl für die Geschäftsleitung oder den Dienstherrn, als auch für die Führungskräfte und nicht zuletzt auch für die Beschäftigten auf Dauer unerträglich. Die Folgen sind hinlänglich bekannt: es steigt die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle, wachsende Mitarbeiterfluktuation und Unzufriedenheit oder innere Kündigung auf allen Ebenen. Von den "Übriggebliebenen" wird erwartet, dass sie die Arbeit der Fehlenden zusätzlich übernehmen und die "normale" Mehrarbeit aus wachsender Nachfrage des Marktes auch noch locker schaffen, ohne dass es Abstriche in der Qualität gibt. Erschwerend ist auch noch der Fachkräftemangel in den meisten Betrieben angekommen.

 

Der Betrieb scheint ein Strudel zu werden, in dem sich alles noch schneller dreht und der scheinbar jeden mit in die Tiefe reißen will.

Die Situation ist bekannt, die Folgen sind es auch. Aber was wird dagegen getan?

Hauptursachen für Stress

Von 1997 bis 2012 haben die Fehlzeiten aufgrund psychischer Belastungen in den Unternehmen durchschnittlich um 165 % zugenommen. Allein im Jahr 2012 wurden bundesweit 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Beschäftigte sehen für Stress folgende Ursachen:

  • lang anhaltende hohe Arbeitsbelastung,
  • personelle Unterbesetzung,
  • unangenehme Kollegen, Büroklatsch, im Extremfall sogar Mobbing,
  • unzureichende Managementqualitäten der Vorgesetzten,
  • unangemessener Druck "von oben".

Was sind psychische Belastungen

Wirkungsfaktoren von "Psychischer Belastung" sind von Außen auf die Psyche einwirkende Faktoren, d.h. diese ergeben sich aus den ganz konkreten betrieblichen Arbeitsbedingungen.

 

Die betrieblichen Arbeitsbedingungen werden durch verschiedene Faktoren und deren Wechselwirkungen beeinflusst, z.B.

  • Arbeitsaufgabe, also Art und Umfang der Tätigkeit,
  • Arbeitsumgebung, wie Lärm oder Lichtverhältnisse,
  • Arbeitsorganisation, wie Arbeitszeit oder Arbeitsabläufe,
  • soziale Komponenten, wie Führungsstil, Kommunikation oder Mobbing,
  • Arbeitsmittel, wie Software oder Maschinen und Geräte und so weiter.

Einzelmaßnahmen greifen oft zu kurz

Einzelmaßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in Betrieben und Verwaltungen, wie Anti-Stress-Seminare oder Burn-out-Prävention sind zwar ein guter Anfang, reichen allein aber nicht aus, um diese Situation dauerhaft zu entspannen.

 

Weil die Ursachen für Stress am Arbeitsplatz sehr vielschichtig sind, ist ein zielgerichtetes und strategisches Vorgehen dringend angeraten. Erforderlich ist ein Konzept aus ineinandergreifenden Maßnahmen, ein strategisches Stressmanagementkonzept für das Unternehmen oder die Behörde.


Handlungsfelder im Stressmanagement

Stressmanagement als strategische Aufgabe

Dauerhafte Verbesserungen sind aus unserer Sicht nur erreichbar, wenn einerseits die für die psychischen Belastungen relevanten Prozesse verändert werden und andererseits die in diesen Prozessen agierenden Beschäftigten ihr Verhalten ändern.

 

Psychische Belastungen nachhaltig abzubauen gelingt umso besser, wenn es zur gemeinsamen Aufgabe von Geschäftsleitung oder Dienstherr und den Beschäftigten wird. Es gilt die Chancen der Veränderung gemeinsam zu nutzen, statt die Ursachen der unerträglichen Situation anderen anzulasten.

 

Strategisches Stressmanagement bedeutet, die innerbetrieblichen stressverursachenden Faktoren gemeinsam zu analysieren und zielgerichtet abzubauen. Aus dem Ansatz des gemeinsamen Handelns heraus können bei den Beschäftigten neue Energien für den Betrieb freigesetzt werden. Die Organisation oder das Team muss lernen und trainieren, den von außen einwirkenden Stressfaktoren erfolgreich zu begegnen und mit diesen Belastungen vernünftig umzugehen. 

 

Gelingt es, den Stress zielgerichtet abzubauen, dann kann Arbeit auch wieder Spaß machen, trotz oder auch gerade wegen der großen Herausforderungen und Belastungen des Alltags.

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